Dazwischen
Phuong — 1 Min. Lesezeit
„Dazwischen“ ist das Unklare, nicht schwarz-weiß, sondern Abstufungen; nicht Eindeutigkeit, sondern der Text zwischen den Zeilen. Der Einblick in Phuongs ganz persönliches Dazwischen.
ich existiere zwischen regen & wind.
der boden, der meine füße küsst.
meine füße, die mich durchs leben tragen.
mein atem existiert zwischen erde & kosmos.
mein gemüt zwischen herbst und frühling
ich liebe zwischen selbsthass & tiefer schuld.
meine seele zwischen melancholie & zukunftsängsten.
meine träume zwischen projektion & selbstzweifel.
meine sprachen zwischen quê hương & „vaterland“.
meine augen zwischen wahrheit & verzerrter realität.
meine hände zwischen schöpfung & verletzlichkeit.
meine nase zwischen heimweh & selbstverleugnung.
meine haut zwischen sonne & schmetterlingen im bauch.
mein geschlecht zwischen tiefer liebe & verwirrung.
mein herz zwischen emotionaler komplexität & vergangenheit.
meine verbindungen zwischen zärtlichkeiten & verlustängsten.
meine nächte zwischen fruchtbaren ideen & der angst des loslassen.
mein schlechtes gewissen zwischen verantwortung tragen & weglaufen.
meine fehler zwischen den schriften & meinem blick, der nach unten geht.
mein wille zwischen selbstkritik & stundenlangem scrollen.
meine worte zwischen sehnsucht & dem wünsch neu anzufangen.
meine vergangenheit zwischen scham & verdrängung.
meine fürsorge zwischen zuneigung & erwartungen.
mein lachen zwischen sorgenlos sein & unsicher sein.
mein körper zwischen fetischisierung & selbstzerstörung.
mein körper zwischen dem, was sein kann & imagination.
mein körper zwischen begehren & gefängnis.
mein körper – eine ressource.
mein körper – in der diaspora.
mein körper – tausend welten & geschichten.
mein zuhause zwischen trauma, warmen blicken & hoffnung, füllendem essen.