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Meine Welten / Celine / 21. August 2025

Keine Liebe

Celine

Celine 3 Min. Lesezeit

#Featured #Liebe #Männer

In einem neuen Gedicht von Celine geht es um Männer, die nah scheinen – und doch zerstören. Sie schreibt über das Verbiegen für Liebe, das Schweigen aus Angst – und den Weg zurück zur eigenen Stimme.

Ich traf dich, nicht wie ein Blitz – sondern wie ein Nebel,
leise, schmeichelnd, und doch erstickend.
Deine Worte waren warm, aber nur auf der Oberfläche.
Darunter: Kälte, Kontrolle,
ein Netz aus Schuld,
das du mir sacht um die Schultern legtest
wie einen Schal.

Du nanntest es Nähe.
Ich nannte es Zweifel.

Du fragtest mich: „Warum bist du so?“
Und ich fing an,
mich selbst zu hinterfragen,
zu zerlegen,
zu verbiegen,
damit ich in dein Bild passte –
ein Bild, das nur du gemalt hattest,
aus Angst, Macht
und deinem eigenen Schmerz.

Ich war nicht frei.
Ich war verfügbar.
Nicht geliebt – nur nützlich.

Und ich hasse es,
wie lange ich blieb.
Ich hasse es,
wie sehr ich mich an dich gewöhnt habe –
an das Gift,
an die Spannung,
an den süßen Schwindel
nach jedem kleinen Lob,
das du mir wie ein Leckerli
nach Tagen des Schweigens
zuwarf.

Du warst nicht der Erste.
Vor dir waren sie auch da –
andere Schatten in Menschengestalt.
Ich dachte, es sei mein Typ.
Aber es war mein Trauma,
das da wählte.
Nicht mein Herz.

Ich zog sie an, wie Wunden Fliegen –
Männer, die meine Schwäche rochen
und sie mit Aufmerksamkeit bedeckten,
nur um sie später gegen mich zu verwenden.

Ich habe „Liebe“ gesucht
in den falschen Händen,
weil meine inneren Narben
nach etwas riefen,
das sich wie „Zuhause“ anfühlte –
auch wenn Zuhause nie sicher war.

Ich dachte,
wenn ich nur genug gebe,
genug verstehe,
genug schweige –
dann werde ich endlich geliebt.

Aber manche Männer lieben nicht.
Sie konsumieren.

Und du –
du warst ein Meister darin,
mich klein zu halten,
damit du größer wirken konntest.

Ich habe mich selbst verlassen, für dich.

Und weißt du, was das Schlimmste war?
Dass ich dich verteidigt habe.
Vor mir selbst.
Vor anderen.

Ich sagte:
„Er meint es nicht so.“
„Er hatte eine schwere Kindheit.“
„Er ist einfach verletzt.“

Und während ich dich rettete,
ging ich selbst unter.

Ich schluckte zu viele nicht-gesagte Worte.
Ich spielte Frieden,
während mein Körper
in stillem Protest
den Schlaf verweigerte
und die Tränen nicht.

Ich dachte, es sei meine Schuld,
wenn du laut wurdest.
Wenn du verschwandest.
Wenn du mich vergaßest,
für Stunden,
Tage,
ganze Versionen meines Selbst.

Ich wollte dich verstehen.
Aber du wolltest nur Macht.

Und dafür gabst du mir
gerade genug Hoffnung,
dass ich blieb.

Du warst kein Sturm.
Du warst eine langsame Austrocknung.

Und ich –
ich war durstig.
Nach Zärtlichkeit.
Nach Echtheit.
Nach jemandem, der mich sieht
und nicht spiegelt,
was er selbst nicht halten kann.

Ich trug Männer wie alte Jacken –
zerschlissen, zu groß, zu schwer –
weil ich dachte, Kälte sei normal.

Ich dachte, alle Liebe müsse wehtun,
weil meine ersten Geschichten
von Schmerz erzählten.

Aber ich irre mich.
Und ich lerne.

Ich lerne, dass Grenzen
nicht Härte bedeuten,
sondern Selbstachtung.

Ich lerne, dass Liebe
nicht um Anerkennung bettelt,
nicht in Angst schweigt,
nicht verletzt und dann erwartet,
vergessen zu werden.

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