Ein wütendes, liebevolles Gedicht gegen Schubladen: Warum das Patriarchat Männer zu Gefangenen macht und wie Befreiung aussehen könnte — mehr Weichheit, mehr Gefühle, weniger Maskerade.
Böse Blicke, tiefe Stimme
und breit wie ein Schrank.
Du bist ein Mann, sei stark,
zeige keine Gefühle –
du bist ein Bär, kein rosarotes Einhorn.
Schwanzvergleich bei jedem Anlass –
das muss ein richtiger Mann sein.
Die Gesellschaft öffnet Schubladen
und erschafft eine Scheinwelt
aus falschen Ideologien:
Der Mann muss beschützen,
groß und kräftig wie ein Löwe soll er brüllen.
Der Mann – ein Vorbild für alle,
der geborene Anführer,
das „stärkere“ Geschlecht.
Diese falschen Vorstellungen
lernen wir schon,
seit wir kleine Kinder sind:
in Werbungen, Filmen
oder von einer Vaterfigur.
Das Patriarchat vergiftet uns;
Männer werden zu Arschlöchern,
sexistischen Monstern,
aufdringlichen Kakerlaken –
und nein, der Mann
ist nicht das „mächtigere“ Geschlecht.
Leider sehen viele Männer das Problem nicht,
kritisieren andere Männer,
die sich für Frauen einsetzen,
nennen dich eine Memme, wenn du Tränen vergießt,
und halten dich für schwul,
wenn du jegliche Art von Schmuck trägst.
Verdammt:
Klamotten, Schmuck und Farben
haben kein Geschlecht!
Ein Mann darf sich schminken,
tanzen in einem Tütü,
sich schön fühlen in einem Kleid,
Rosa als Lieblingsfarbe haben,
weinen, wenn er traurig ist –
und vor allem darf ein Mann Gefühle zeigen!
Seid nett zueinander,
gebt einen Fick auf die Gesellschaftsschubladen
und kämpft gegen das Patriarchat,
denn das macht Monster aus vielen von euch.