Unser Körper wird betrachtet, bewertet, vermessen. Als Objekt, als Projektionsfläche, als etwas, das gefallen soll. in ihrem neuen Text widerspricht Eileen und erzählt stattdessen von Selbstbestimmung, von Brüchen mit Schönheitsidealen und vom Recht, den eigenen Körper nicht erklären zu müssen.
Mein Körper
Als Kunstausstellung
Kunst liegt
im Auge des Betrachters
doch die Augen zielen auf
Makellosigkeit
Attraktivität
und Erotik
Der Körper als Objekt
als Zielscheibe für
(Ab-)Wertungen
Ihr habt kein Recht
mir aufzuerlegen
wie ICH mich kleiden soll
wie ICH auszusehen habe
wie MEIN Körper zu sein hat
der MICH Tag für Tag
durch MEIN Leben trägt
Das Problem bin nicht ich
sondern die Gesellschaft
mit ihren zerstörerischen
Schönheitsidealen
Schlank
aber bitte nicht zu dünn
Sexy
aber bitte nicht zu bitchig
Attraktiv
aber bitte ohne Körperbehaarung
Lieber bin ich so
wie es mir gefällt
mal mit fettigen Haaren
dem ein oder anderen Pickel
mit unrasierten Achseln und Beinen
Jogginghose und Kapuzenpulli
als früher oder später
am Ideal kaputt zu gehen
Ich lasse mich tätowieren
liebe weite Kleidung
trage heute Nagellack
und morgen keinen
esse, was mir schmeckt
schminke mich an einem Tag
am nächsten Tag wieder nicht
habe heute mal die Haarfarbe
und morgen eine andere
Renne keinem Trend hinterher
möchte mich wohlfühlen in meiner Haut
mir stets treu bleiben
und aufrichtig lächeln
wenn ich in den Spiegel schaue
nicht aufgesetzt und ferngesteuert
der Masse hinterherlaufen
mich entfremden und nicht wissen
wer ich eigentlich bin
Ich bleibe ich
ich werde kein anderer Mensch
nur weil ich hin und wieder
meinem Körper nach Belieben
ein kleines Update verpasse
auch wenn ich für euch dadurch
in der Gesellschaft verblasse
und nicht in euer
Puzzle passe
Mein Körper
ist keine Plattform für Bewertungen
mein Körper ist
mein Zuhause
Mein Zuhause gehört mir
und niemand außer mir
darf darüber bestimmen