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Meine Liebe_n / Mäx / 19. September 2024

Samstag Nacht

Mäx

Mäx 2 Min. Lesezeit

#Dating #Featured #Liebe Leben

Leidenschaft findet man im Kleinen und im Großen: Wir freuen uns über den ersten Text von Mäx auf meinTestgelände.

Es ist Samstag Abend, ich sitze im Kino. Ich habe den gleichen Film schon vor einer Woche geschaut, im Kino, mit dir. Deine Hand gehalten, mit meinem Daumen deinen berührt, meinen Kopf auf deine Schulter gelegt. Jetzt sitzen er und ich hier, vorher haben wir noch was gegessen und über Gott und die Welt philosophiert, uns wahnsinnig wichtig und klug gefühlt, das kann man gut mit ihm, es macht Spaß. Jetzt sitzen wir hier, schauen den Film, lachen. Es ist wirklich ein guter Film. Ich freue mich, ihn noch einmal schauen zu können. Irgendwann nehme ich seine Hand, wie ich auch deine Hand genommen habe. Er streichelt ganz leicht meinen Arm, auf, ab, auf ab. Es ist warm, kribbelt. Was ist schon dabei? Die Musik vibriert in uns, er drückt meine Hand fester. Nach dem Film sitze ich noch einen Moment da, unbewegt. Er grinst mich an, ich kann es nicht fassen, bin noch ganz beim Film, bin noch im Gefühl, schaue den Vögeln die über den Abspann fliegen gebannt zu. Manchmal fasse ich es nicht, dass andere sowas so einfach abschütteln können. Ich hingegen kann gar nicht anders, als mich mitreißen zu lassen, alles, was die Menschen auf der Leinwand fühlen, auch zu fühlen, oder das, was sie gerade nicht fühlen können. Zu lachen, zu weinen, und alles, was zum Leben dazu gehört.
Wir schlendern Richtung Promenade, ich bin wieder aufgetaucht. Scherzhaft sagt er „dann hau doch ab.“, und als ich anstalten mache, mich zu entfernen, erschrickt er kurz und streckt die Arme aus um mich noch einmal zu halten. Ich lache, nehme ihn in den Arm. Dann fahren wir doch noch ein Stück gemeinsam, er zeigt auf einen vorbeifahrenden Radler, sagt „den kenne ich!“, ich tue so, als wolle ich zu ihm rüber rufen, wieder erschrickt er und hält mich am Arm fest, ich rufe laut „Ich lasse mich von niemandem leise machen!“, lache. Er fragt, warum ich so ein Halunke bin, ich rufe „weil man Halunke sein muss um in dieser Welt zu leben!“, „Warum?“, fragt er lachend, „Weil diese Welt halunkig ist, und ich möchte in ihr leben!“, proklamiere ich frei heraus. „Los, los!“, fordere ich ihn auf und jage ihn davon über die Ampel. „Woher kommt die Leidenschaft?“, fragt er grinsend als er mich einholt, ich rufe „Aus mir! Aus dem Leben!“, drücke seine Hand zum Abschied und fahre in die schwarze Nacht hinein.

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