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Meine Welten / Celine / 12. Dezember 2024

Keine Sorgen im All

Celine

Celine 2 Min. Lesezeit

#Depressionen #Featured #Psyche #Trauma

Mit einem Gedicht von Celine verabschieden wir uns in die Winterpause: Ein paar schwerelose Verse über das erdrückende Gewicht der Welt.

Manchmal liege ich wach, die Augen geschlossen,
spür’ jede Faser, als wäre sie bloß
ein dünner Faden, ein einziger Schmerz,
der sich tief in meinen Körper geflochten hat.

Sie sagen, es sei normal, irgendwann geht’s vorbei,
doch Tag für Tag wird die Last schwerer und neu.
Ein Kampf, den keiner um mich herum sieht,
der Schmerz, der sich leise und stetig durchzieht.

Ich spüre die Welt, doch sie spürt nicht mich,
bin gefangen im Körper, der täglich zerbricht,
ein stiller Begleiter, die Last auf mir drauf,
und doch kann ich nichts ändern, nichts nimmt diesen Lauf.

Und dann – da seh ich das All, weit entfernt,
wo Sterne wie Funken leuchten und lärmen,
wo alles still ist, so ruhig und so leer,
dass selbst der Schmerz dort vergehen könnt’ – schwer.

Oh, könnte ich fliehen, hinaus, nur für eine Nacht,
wo der Kosmos mir Freiheit und Frieden vermacht,
wo kein Schmerz durch mein Herz und meine Knochen zieht,
nur das Nichts, das mich still in den Armen wiegt.

Ich stell mir vor, wie ich schwerelos fliege,
ohne Schmerzen, ohne diese ständige Wiege
des Leids, das mich hier auf der Erde hält,
und da draußen im All finde ich meine Welt.

Kein Boden, kein Druck, kein Ziehen nach unten,
nur Schweben im Dunkeln, völlig verschwunden
von all dem, was hier mich so müde macht,
denn im Weltraum ist ewig der Tag wie die Nacht.

Ich würde kreisen um Monde und Sterne,
in der Ferne vom Hier, dort, wo niemand mich kennt,
nur ich und die Ruhe, so still und so schwer,
ich fließe ins Nichts, geb’ mich selbst nicht mehr her.

Vielleicht wär ich nur noch ein Staubkorn dort draußen,
ein Funken im All, könnte aufhören zu kämpfen,
keiner, der sagt „du schaffst das schon“,
nur ich und das Weltall, das Dunkel, der Ton.

Und wenn ich dann falle, in Stille versink’,
auf ewig im Raum zwischen Sternen ertrink’,
wäre das Freiheit, so leicht und so rein,
wäre ich endlich, endlich daheim.

Doch hier bin ich gebunden, gefesselt, allein,
im eigenen Körper, der Stein um Stein
mich drückt, mich hält, jeden Tag, jede Nacht,
doch ich träume vom All, das mich endlich frei macht.

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