Wie viel „perfekt“ braucht ein Körper eigentlich – und wer entscheidet das? Dieses Gedicht von Nathan legt offen, wie wir zwischen Idealen, Kommentaren und Algorithmen zerrieben werden, und erinnert daran, dass Schönheit nie genormt war. Ein poetischer Blick darauf, warum unser Körper niemandem gehören muss außer uns selbst.
Sie sagen, ich bin dick,
dabei bin ich vielleicht nur etwas über dem Durchschnitt.
Sie sagen, ich bin zu dünn,
dabei halte ich einfach nur das Idealgewicht.
Sie sagen: Form dich,
glätt dich –
ich verbiege mich,
verliere mich
in Kalorientabellen.
Sie dirigieren meinen Verstand,
haben mich ganz in ihrer Hand.
Sag, wie lang noch, Instagram?
Zeigst du mir Bilder vom „perfekten Mann“,
muskulös und stramm.
Sie möchten Perfektion
in Bildern, auf Reklamen.
Am besten bist du die Sensation –
„der perfekte Körper“
für Likes und Faszination.
Doch dein Körper gehört dir,
dir alleine.
Er ist schön,
jeder auf seine Weise.