Dating Coaches – Meine persönlichen Endgegner
Sophie — 2 Min. Lesezeit
Unsere Autorin Sophie hat einen fatalen Fehler begangen: Sie hat das Video eines Dating Coaches, der in ihrem Feed gelandet ist, zu lange angeschaut und musste lernen, wie sich Belästigung durch den eigenen Algorithmus anfühlt. Aber auch, welche Lösung es dafür gibt.
Man kann über Algorithmen auf Social Media sagen, was man will, aber leider haben sie mir Dating Coaches in meine Timeline geschwemmt. Da schaut man sich einmal so mir nichts dir nichts ein Video ein paar Sekunden zu lange an, denn hat er gerade wirklich gesagt, man sollte sich einer Frau in den Weg stellen, auch wenn sie einen abweist, weil es sie beeindrucke, dass man Dominanz etabliert?
Idee war es nach dieser wirklich mehr als haarsträubenden Aussage in die Kommentare zu schauen, dabei war ich wohl ein paar Sekunden zu lange auf dem Video und dann hat man den Salat. „Der Salat“ in dem Fall nicht mit leckerer Soße und perfekt abgestimmten Gewürzen, sondern bestehend aus Männern, die anderen Männer erklären wollen, wie sie sich eine Frau „klarmachen“ oder allgemein, wie man mit Frauen angeblich umzugehen hat.
Dabei werden leider oft die sexistischsten Ideale und Einstellungen vermittelt, bei denen man nur hoffen kann, dass sie nicht ernsthaft weitergetragen werden und sich dann irgendein 12-jähriger denkt, dass die Welt so funktioniert und er Marie aus der Parallelklasse nur lange genug beleidigen muss, denn „was sich liebt neckt sich, da kann man schon mal etwas gemeiner sein“ oder irgendein frustrierter 23-jähriger das zum Anlass nimmt seiner Freundin zu erklären, dass alle ihre männlichen Freunde nur mit ihr schlafen wollen, weil ihm irgendein Typ im Internet eingeredet hat, dass alle Männer so sind. Am liebsten sind mir die Podcasts, wo sich die Hosts gegenseitig auf die Schulter klopfen und solche Banger raushauen, wie „Danke, dass du es sagst, Bruder“.
Man sollte davon ausgehen, dass diese Männer Frauen lieben. Immerhin widmen sie ihnen indirekt ganze Social Media Auftritte und Philosophien darüber, was vermeintlich unser Innerstes bewegt. Umso erstaunlicher und trauriger ist es, dass es sich hier um Frauenbilder handelt, die uns nicht als Menschen auf Augenhöhe wahrnehmen, die auch Vorstellungen zu einem fairen Miteinander haben, sondern Männern in ihren angeblich naturgegebenen Rollen stärken. Ironischerweise kommt das Ganze auch den Männern als Konsumenten des Contents nicht zugute, weil ein so verzerrtes Bild der Wirklichkeit gemalt wird. Da kann ich mich nur für den Not-Interested-Button bedanken.